Perfektionismus unter Zeichnern

Perfektionismus unter Zeichnern – Fluch oder Segen?

Communityfrage von LaraSoft: „Ich habe heute in der Klasse gezeichnet und einer meiner Mitschüler hat mich als „Perfektionist“ bezeichnet. Ich glaube aber, er meinte das nicht positiv. Ich glaube, das sollte eine Beleidigung sein, weil er sagte „Mann, du bist so’n Perfektionist.“ Ich kann den Tonfall jetzt schlecht nachmachen. Daher wollte ich fragen, ist es etwas schlechtes, ein Perfektionist zu sein?“ Perfektionismus unter Zeichnern

Wie alles im Leben hat es Vor- und Nachteile. Nichts auf dieser Welt ist absolut gut oder absolut schlecht. So auch der Perfektionismus.

Viele meiner Zeichner-Kollegen sind Perfektionisten. Sie arbeiten hart an ihren Werken, stecken Schweiß und Herzblut hinein und versuchen es so gut zu machen, wie sie nur können. Das Ergebnis sind unglaublich schöne Artworks, bei denen man sieht, wie viel Leidenschaft hineingeflossen ist. Der Vorteil von Perfektionismus ist also ein teils unglaublich gutes Ergebnis und auch der konsequente Wille, sich immer weiter zu entwickeln und besser zu werden.

Der Nachteil ist allerdings, dass man schnell dazu zeigt, nie mit etwas zufrieden zu sein, ständig nur Fehler zu sehen und – in ganz schlimmen Fällen – seine Werke und sich selbst zu hassen, weil man merkt, dass man die absolute Perfektion niemals erreichen kann. Das Ergebnis daraus sind Frust und vielleicht sogar Depression.

Ich kenne viele Zeichner, die so unzufrieden mit ihren Werken sind, dass sie sie kurz nach der Vollendung oder vielleicht auch schon während des Erschaffens, einfach wegschmeißen.

Das Zauberwort – wie bei so vielen Dingen im Leben – ist Balance. Du brauchst ein natürliches Bestreben, bei jedem Werk dein Bestes zu geben und dich auch immer verbessern zu wollen. Aber gleichzeitig brauchst du auch die Gelassenheit, Fehler an deinen Werken oder auch an dir zu akzeptieren und cool damit zu sein, dass du nicht perfekt bist. Denn niemand ist perfekt.

Wenn du also Perfektionist bist und denkst, dass dich das unglücklich macht, dann lass einen falschen Strich einfach mal stehen. Heb deine Werke immer auf, egal für wie „schlecht“ du sie hällst. Sieh sie später noch einmal an und sei stolz darauf, wie gut du geworden bist. Vergleich dein Skilllevel nicht mit anderen, sondern nur mit deinem eigenen Skilllevel vom Jahr davor. Konzentrier dich mehr auf die Leidenschaft fürs Zeichnen, als auf die harte Arbeit für Perfektion.

 



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