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Mein Umzug – Ein Chaos-Bericht

Was für eine Odyssey und ich meine nicht die von Cappy. Ich hatte versprochen, ausführlich über den Umzug zu schreiben und genau das werd ich nun tun mit Fotos und allem drum und dran. Holt euch Popcorn, huschelt euch ein, jetzt kommt eine sehr lange Geschichte, liebe Kinder.

Warum Umziehen?

Die Idee zum Umzug entstand schon vor einiger Zeit in Misus und meinem Kopf. Die alte Wohnung hatte ziemlich ausgedient. Misus Zimmer war zu klein für ihre Zwecke, vorallem was Cosplaybasteln, Videos aufnehmen und Schreibtischarbeit angeht. Mein Zimmer war von der Größe her zwar ok, aber es ist auf Dauer nicht so geil, im gleichen Zimmer zu arbeiten, wie man schläft. Als ich dort eingezogen war, hab ich noch als Angestellte gearbeitet. Seit ich aber Vollzeit Zeichner und Illustrator bin und quasi nur noch Home Office arbeite, ist es eher ungeil aufzuwachen und sofort seinen Arbeitsplatz zu sehen. Ist generell für die Schlafatmosphäre auch nicht so dolle. Noch dazu waren die Nachbarn laut, Hunde waren laut, die Straße war laut. Misu konnte ihr Fenster nie richtig aufmachen, weil die Nachbarn im Innenhof quasi pausenlos geraucht haben. Ich hatte vorallem das Problem, da ich unter der Dachschräge wohnte, mit zwei Dachfenstern, Richtung Süden, dass es bei mir im Zimmer immer recht warm wurde. Im Winter ist das ziemlich cool, man spart ne Menge Heizkosten. Selbst bei -15 Grad musste ich die Heizung tagsüber nicht anschalten, wenn die Sonne aufgegangen war. Allerdings kann man sich vorstellen, wenn bei -15 Grad im Winter das Zimmer schon so warm wird, wie warm es im Hochsommer wird. Ich hatte Spitzenwerte von 34 Grad. 30 Grad waren so der Durchschnitt. Nachts waren es 28 Grad und da kann nun wirklich keiner mehr schlafen. Ich hab’ mich mal schlau gemacht und die oberste Grenze, die zugelassen ist für Mietwohnungen sind 26 Grad. Wenn das Zimmer durchschnittlich dauerhaft wärmer wird, muss der Vermieter ran. Glaubst nicht, dass sich da einer gerührt hat. Aber die Velux Fenster, die ich da drin hatte, waren sowieso eine Katastrophe. Die waren schon beim Einzug völlig durchgeschimmelt und an der Oberseite undicht. Die Verwalterin hat damals gesagt, dass das normal ist. Klein-Hasi, die gerade die ersten Schritte in die Erwachsenenwelt wagt, stellt das natürlich nicht infrage.

Die Küchenkatastrophe

Dann war die gesamte Küche ziemlich oll. Die wurde mir zwar als Einbauküche von der Verwaltung angedreht, aber im Endeffekt hat die Küche eher den Eindruck gemacht, dass der Vormieter sie daaaaamals eingebaut und einfach drinnen gelassen hat. Von Gebrauchsspuren rede ich hier gar nicht. Die elektrischen Geräten waren allesamt Schrott. Die Düsen vom Geschirrspüler waren verstopft, im Auffangsieb waren jede Menge Speisereste, die Abzugshaube war vollgefettet, der Kühlschrank hat gesifft und wurde auf höchster Stufe nicht kälter als 11 Grad, und vom Ofen ging irgendwann die Unterhitze nicht mehr. Schranktüren waren deffekt, der Abfluss unter der Spüle war undicht. Noch dazu war die Küche unfassbar dumm geschnitten. Sie war so klein, dass man sich gerade so auf einer Stelle drehen konnte und die Kühlschranktür ging zur falschen Seite auf. Das einzige, was anstandslos funktioniert hat, war die Mikrowelle. Allgemein waren Misu und ich es leid, dass wir keinen richtigen Wohlfühlort zusammen hatten. Für sowas wäre ein Wohnzimmer oder eine Wohnküche gut geeignet, aber alles was wir hatten, war diese Winzküche mit einem weißen Klapptisch drin. Sowas kann man auch Besuch echt nicht anbieten. Jeder, der Misu und mich schon mal besucht hat, weiß, was ich meine.

Noch mehr Probleme

Die Lage war auch nicht super duper. Ich hatte die Wohnung damals genommen, weil mein Arbeitsplatz in Chemnitz Sigmar war und da kam man am schnellsten mit dem Zug hin, daher wollte ich eine Wohnung, die nah am Bahnhof liegt und damit leider auch im Zentrum. Die nächste Grünanlage war einen halbstündigen Marsch weit weg. Noch dazu haben wir direkt neben der Hauptstraße gewohnt. Im Sommer musste ich mich entscheiden, entweder Fenster auf und Geräuschkulisse von der Straße oder Fenster zu und den Hitzetod sterben. Erschwerend kam auch noch das Restaurant im Erdgeschoss hinzu. Ich hab dort schon gegessen, das Essen ist wirklich super genial und sehr lecker, die Bedienung freundlich, hat alles gepasst, 10/10 kann ich nur empfehlen. Allerdings führt das Fenster der Küche in die gleiche Richtung wie mein Fenster. Das bedeutet einerseits, dass ich jeden Abend permanent Essensgeruch in meinem Zimmer habe. Andererseits wird das Geräusch von scheppernden Tellern und Besteck durch die gegenüberliegende Hausfassade so sehr verstärkt, dass es kaum zu ertragen ist.

Nachbarn natürlich

Mit den Nachbarn hatten wir auch immer wieder unseren Terz. Die Wohnung sah von außen so gut und hochglänzend aus, war in einem Gewerbegebiet mit fancy Restaurant, Schneiderei, Arzt und Versicherung im Haus. Ich dachte echt, da werden doch sicher nur Leute einziehen, die das auch zu schätzen wissen. Pustekuchen. Als erstes hab ich die Nachbarn auf der rechten Seite gehört. Eine Frau und ein sehr SEHR lebhaftes Kind. Ist aber kein Weltuntergang. Die sind auch bald ausgezogen und die Nachbarn aus der Hölle sind eingezogen. Ein junges *hustassihust*-Paar, die sich dachten, feiern wir unseren Einzug einfach mal mit einer Party. Es reicht vielleicht zu sagen, dass ich um 3 Uhr nachts die Polizei gerufen habe. Damit hat es aber nicht aufgehört. Regelmäßig hatten die ihre Stereoanlage an, waren sich auch nicht zu fein, die auf dem Balkon zum Innenhof aufzudrehen. Als sich ein Nachbar gegenüber lauthals beschwert hat, haben die die Musik noch lauter gedreht. Mein Highlight – abgesehen von der Polizeiaktion – war, als zwei Typen laut gröhlend nachts um 2 rotzbesoffen die Stereoanlage so richtig aufgedreht haben. Das ging ewig so hin und her. Ich hab mich beschwert, andere Nachbarn haben sich beschwert und ein knappes Jahr später sind die Nachbarn aus der Hölle ausgezogen. Ein bisschen glaub ich, dass sie das nicht ganz freiwillig gemacht haben. Sie sind im April eingezogen aber im Februar wieder ausgezogen, was rechnerisch nicht ganz hinhaut, wenn man laut Mietvertrag zur minimal einjährigen Miete verpflichtet ist. Egal. Danach zogen neue Nachbarn ein, die waren nicht weniger unangenehm. Die haben zwar keine laute Musik gemacht, aber jedes Wochenende Gäste gehabt, die man auch lautstark gehört hat. Hinzu kam noch ein Nachbar aus der Hölle, der unter mir gewohnt hat und liebend gern täglich von seiner extrem basslastigen Stereoanlage gebraucht gemacht. Zu seinen Spitzenzeiten hat mein Tisch vibriert.

Picassos Haus

Mit der Post gab’s auch immer wieder Terz. Der Eingang meiner Adresse war kein Privateingang, sonder der Eingang zu einem Geschäft. Der eigentlich Eingang, da wo auch die Klingeln und Briefkästen sind, war um die Ecke drei Türen weiter an einem ganz anderen Haus. Das Treppenhaus war komplett verschlungen, der Keller hatte drei Zugänge, aber keiner war offen, die Dachterrasse hat zwei Häuser miteinander verbunden, der untere Eingang zwei andere Häuser und zur Tiefgarage kam man nur über ein drittes Haus. Könnt ihr euch vorstellen, wie oft ich von Briefträgern oder Paketzustellern angemotzt wurde, dass sie die Adresse nicht finden konnten, bis dahin, dass mich Pakete nicht erreicht haben? Ganz abgesehen davon war die Wohnung selbst mega komisch geschnitten. Die Küche war winzig, Misus Zimmer war winzig, aber der Flur war so riesig, dass man einen Ballsaal draus hätte machen können. Ist natürlich praktisch zum Storen, aber daraus kann man einfach nix machen. Misu hat auch immer bemängelt, dass es zu wenig Fenster gab. Sie hatte in ihrem Zimmer ein großes, aber nach Norden. Das einzige Licht, das sie bekam war die Reflexion von der Hauswand gegenüber. Ich hatte wie gesagt auf der Südseite in meinem Zimmer zwei große Dachfenster, die mich im Sonner durch die Hölle gehen ließen. Und das war’s. Mehr Fenster gab es nicht. Weder im Flur, noch in der Küche, noch im Bad.

Die Suche

Alles in allem konnte man dort leben, musste aber nicht. Also entschieden Misu und ich uns umzuziehen. Wir waren beide finanziell mittlerweile stabil, wir hatten ein bisschen Geld gespart und im Oktober 2017 hat Misu dann den Stein ins Rollen gebracht, sich mal Wohnung anzusehen. Die erste, die wir uns angesehen haben, war in einem großflächigen Wohngebiet, recht hübsch, aber das Büro wäre ein Durchgangszimmer gewesen und zu haarstreubend, um wirklich damit zu arbeiten. Die zweite Wohnung war in einem ehemaligen Geschäft, das zur Mietwohnung umgebaut wurde. Aber wir fanden die Vorstellung gruslig, in einem Zimmer zu wohnen, das ein Schaufenster zur Straße hat.

Der Fund

Schon die dritte Wohnung hat aber die Entscheidung gebracht. Drei Zimmer, alle voneinander getrennt, großzügige Küche, Fenster in jedem Zimmer, Dachboden, Keller, Fenster nach Nordosten und Südwesten, Wald direkt nebenan, Hauptstraße eine Häuserreihe weit weg, Bushaltestelle um die Ecke, zwei Supermärkte. Alles geil. Wir haben auch nicht lange gefakelt und die Wohnung genommen, den Mietvertrag unterschrieben und ich hab noch am letzten Oktobertag die alte Wohnung gekündigt, sodass wir den Einzugstermin auf Ende Februar legen konnten.

Herbst, Weihnachten und den Jahreswechsel verbrachten wir noch in Entspannung. Im Januar begannen dann die ersten Schritte in Richtung neue Wohnung.

Neue Möbel

Eine der ersten Hürden, die wir nehmen mussten, war eine Küche. Ich hab bisher nur von Einbauküchen gelebt. Jetzt musste ich zum ersten mal selbst eine finden. Misu und ich recherchierten als erstes im Internet und schnell wurde uns klar, wo wir unsere Budgetgrenze setzen mussten. Eine neue Küche mit Lieferung und Einbau war schon ziemlich happig. Wir dachten schon spaßeshalber daran, uns die Küche kickstartern zu lassen. Aber dann stöberten wir durch ein Gebrauchtküchengeschäft. Wir fanden eine hübsche weiße Küche, aber die stand noch nicht zum Verkauf, weil der Geschirrspüler defekt war und es kein Ersatzgerät gab. Aber unser zweite Besuch hat uns eine hübsche hellbraune Küche beschert, die mit Lieferung und Montage tatsächlich unter unserem Budget lag. Außerdem war der Montagetyp mega nett. Der hat noch geholfen diese hässliche dunkelbraune Laminatwand abzureißen, die der Vormieter hinterlassen hat. Allgemein haben wir versucht, im Januar und Feburar alle Möbel zu kaufen, damit die beim Umzug nur noch aufgebaut werden müssen. Misu hat sich vorallem mit Schränken und Regalen eingedeckt, während ich mein Büro mit Tischen aufgestockt habe. Vorallem hab ich mir endlich einen richtigen Zeichentisch geleistet. Der ganze Februar war für mich noch gepflastert mit jeder Menge Organisationskram, abgesehen vom Kündigen der Wohnung, musste auch noch Strom, Telefon und anderes Zeug umgemeldet werden. Ich hab viel telefoniert (ich haaaaaaaarrrrssseeee telefonieren), e-mails geschrieben und mich mit der deutschen Bürokratie auseinandergesetzt.

Packen

Misu hat die Wochenenden genutzt, um zu packen. Ich hab die Januar- und Februartage durchgearbeitet, um eine Woche Urlaub nehmen zu können. Am 17.2. ging’s dann für mich auch los mit packen und ausmisten und ich habe eine Woche lang nichts anderes gemacht als das. Sowohl Misu als auch ich haben Säckeweise Zeug weggeschmissen oder zur Spende gegeben. Ich persönlich liebe das. Sich von Altlasten zu trennen. Einfach weg damit. Nicht mehr drüber nachdenken. Den gesamten Bestand minimieren. Herrlich. Anfürsich hasse ich Umziehen, aber ausmisten ist geil. Ich hab mich noch bemüht, den Umzug selbst so einfach wie möglich zu machen. Ich hab mich bemüht, Kisten immer nur so voll wie tragbarmöglich zu machen. Auf jeder Kiste und auf jedem Möbelstück waren Klebchen, was in welches Zimmer gehört. Ich hab Grundrisspläne gemacht, in denen aufgezeichnet war, wo welche Möbel stehen und wem welches Zimmer gehört.

Gesundheit

Was etwas ungeiler war, war der Schmutz und Staub, der sich vorallem hinter und unter Möbeln angesammelt hat. Die ersten fünf Tage ging’s noch, aber danach hab ich Dauerniesanfälle gehabt. Irgendwann muss das ganze Zeug ja auch mal wieder aus der Nase raus. Ach by the way, ich verkauf meinen alten Röhrenfernsehr. Sind Gamer unter euch, die Interesse daran haben? Was ein bisschen schwieriger war, was ich auch jetzt noch nicht ganz in den Griff gekriegt habe, mein Schlafrhythmus ist ziemlich abgefuckt. Durch die Anstrengungen bin ich abends recht schnell müde geworden. Um 8 abends ins Bett zu fallen war kein Seltenheit. Aber leider bin ich dann auch früh um 4 oder um 5 schon wieder wach gewesen. Manchmal bin ich auch um 9 nicht hochgekommen. Alles sehr merkwürdig. Aber – und das muss ich meinem Körper wirklich mal zugute halten – ich bin weder davor, noch währenddessen, noch danach krank geworden. Bisher war es bei jedem Umzug so, dass ich danach eine Erkältung bekommen habe, aber jetzt ist alles prima. Eigentlich hätte ich am Tag des Umzugs rein kalendermäßig Besuch von meiner Tante Laufaus kriegen sollen und die geht bei mir immer mit ziemlich krassen Schmerzen und Stimmungsschwankungen einher. War nicht. Alles ruhig geblieben (By the way, Ärzte haben jetzt bestätigt, dass der Grad von Menstruationsschmerzen zu vergleichen ist mit den Schmerzen bei einem Herzanfall). Hinzu kam noch ein seltsamer psychologischer Knacks bei mir. Ich hatte irgendwann extreme Wortfindungsschwierigkeiten. Ich hab unfassbar lange gebraucht, bis mir Wörter oder Fachbegriffe eingefallen sind. Meistens hörten sich meine Sätze eher so an “Kannst du mir mal das Dings zum andingens geben?” Ich mein, das passiert einem ja ab und an mal, dass man ein Wort vergisst und durch “Dingsbums” austauscht, aber in den Umzugstagen habe ich das nun echt exzessiv oft gemacht. Keine Ahnung, wieso. Mittlerweile geht’s wieder. Was Muskelkater, Krämpfe, Schmerzen an sich angeht, war ich davon weitestgehend verschont geblieben. Ich war Abends halt einfach nur körperlich völlig KO, aber Schmerzen von den Anstrengungen hatte ich kaum.

Umzugstag

Am 24.2. war es dann soweit. Der UMZUG Umzug umzug u m z u g . . . . .
Ein Shout out hierbei nochmal von mir an alle Helfer – es tut mir mega leid, dass ich immer so dankesbehindert, doch ich bin nunmal ein sehr schüchterner Mensch und krieg meinen Mund einfach nicht auf. Aber um so herziger wird’s jetzt im Blog: Vielen vielen vielen vielen Dank an:
– Papa Andreas fürs ab- und aufbauen fast alle Möbel, aller Lampen, allem, was ab- und abgeschlossen werden musste, fürs Auto holen, für die Organisation, fürs Fahren.
– Mama Katrin für das Catering und putzen. Diese Wohnung war noch nie in ihrem Leben so sauber. Du hast Dinge sauber gekriegt, von denen ich nicht wusste, dass sie schmutzig waren und einen Großteil der reibungslosen Wohnungsabnahme ist dir und deiner Stahlwolle zu verdanken.
– Andy fürs Tragen und für den Einfall, Jehad mitzubringen, der die Kisten und Möbel nicht weggetragen sondern weggeportet hat. Danke also auch ganz viel an Jehad.
– Lukas und Marie fürs schnell und konditionierte tragen.
– Marcel, Lena und Michelle, fürs tragen, fürs fahren und nicht zuletzt fürs Aufbauen meiner Tische (naja für zwei Tische und einen Zeichentisch immer wieder und wieder und wieder XD)
– Anne fürs tragen und Freund mitbringen, war zwar nur kurz aber jede Hand ist willkommen.
– Misu fürs tragen, fürs organisieren und koordinieren der ganzen Helfer und fürs telefonieren mit der Verwaltung.
Alles, wirklich alles, konnte nur so schnell und reibungslos funktionieren, weil ihr alle geholfen habt. Dafür ein riesen Danke von mir.

Wetter

Nicht zu unterschätzen war beim Umzug auch der Wetterfaktor. In erster Linie bin ich super dankbar, dass es nicht in Strömen geregnet hat, dass es keinen Dauerschneefall gab, dass die Straßen nicht vereist waren und dass gerade kein Orkantief über Deutschland gefegt ist. Wir hatten klaren Himmel und Sonnenschein. Einziges Manko war dennoch die Temperatur. Wir sind zur Zeit des krassen Kältehochs umgezogen mit Temperaturen an die -15 Grad. Da wir die meiste Zeit drinnen verbracht haben, war’s nicht weiter wild, aber Transporter ein- und ausladen war kein Vergnügen. Hinzu kommt noch, dass eine Wohnung, in der einen Monat lang nicht gewohnt und nicht geheizt wurde, sehr stark ausgekühlt ist und es ewig gedauert hat, die Wände und Möbel wieder warm zu kriegen. Die ersten zwei Nächte hab ich mit vier Decken, T-Shirt, zwei Hosen und dicken Socken geschlafen und hab trotzdem gefrohren. Zumal die Heizung in diesem Haus nachts auch ausgestellt wird.

Nemesis

Nachdem der Umzug durch war, waren die nächsten Tage gefüllt mit Einräumen, Aufräumen, Zusammenbauen. Ich hab dabei aber tatsächlich einen von mir immer gefürchteten Nemesis besiegt. Ich hatte echt Respekt davor, die Sitzecke in der Küche aufzubauen, weil das wirklich kompliziert und schwer war. Ich hab mir das nicht zugetraut. Aber es war grad keiner da, der das hätte machen können und es musste halt so schnell wie möglich über die Bühne gebracht werden. Also haben Misu und ich das gemacht. Den Tisch dazu habe ich dann auch ganz allein aufgebaut und zum ersten mal mit Akkuschrauber geschraubt. Hossa. Ich mein, ich hab das Scheißding anfänglich falsch zusammegebaut, musste alles wieder auseinanderbauen und wie neu zusammesetzen, aber der Tisch steht und ist benutzbar. Am 26. haben Misu und ich die alte Wohnung gestrichen und letzte Handschläge getan.

Der letzte Schritt

Am 28.2. war es nun an mir die schrecklichste und unangenehmste Aufgabe zu übernehmen. Ich musste die alte Wohnung abnehmen lassen. Warum ist die so schrecklich und unangenehm? Ich hab das vorher ganze drei Mal gemacht und einmal davon war so traumatisch (der Typ hat so viel an der Wohnung zu bemängeln gehabt, dass ich nur noch einen Bruchtteil meiner Kaution wiedergesehen habe), dass ich mich vor Wohnungsabnahmen generell fürchte. Ich krieg Albträume und Horrorvisionen, dass ich die ganze Wohnung auf eigene Kosten entkernen und renovieren muss. Ich hab mich in einem grusligen Rechtsstreit nach dem anderen gesehen und hab daher penibel drauf geachtet, dass an der Wohnung alles in Ordnung ist. Noch dazu hatte bei uns die Verwaltung ein halbes Jahr zuvor gewechselt. Die alte Verwaltung ist mit “kleinen Fehlerchen” sehr salopp umgegangen, mir wurde die Wohnung ja auch mit verschimmelten Fenstern und einer kaputten Küche übergeben. Mein Übergabeprotokoll hatte nur zwei Seiten. Aber ich wusste nicht, wie streng die neue Verwaltung drauf sein wird. Das Übergabeprotokoll der neuen Wohnung hatte sieben Seiten.

Ergebnis

Die alte Wohnung wurde mir anstandslos abgenommen. Alles war ok. Wände, Boden, Türen. Selbst bei den verschimmelten Fenstern hat der Herr gesagt, dass das ein bekannter Fehler solcher Velux Fenster ist und die Instandhaltung Sache des Vermieters ist. Ich krieg meine gesamte Kaution zurück und ich muss nichts mehr an der Wohnung machen. Als ich raus bin sind mir erstmal drölftausend Steine vom Herzen gefallen. Vorallem auch deshalb, weil alle Anstrengungen, die wir hatten, um die Wohnung zu renovieren, wichtig waren. Sowohl die eifrige Putzerei von Mama Katrin, als auch die kleinen Reparaturen und das Malern und Spachteln.

Weiter gehts

In der neuen Wohnung ist noch lange nicht alles töfte, es müssen noch ein paar Regale angebracht werden, der Vormieter muss auch noch ein paar Ausbesserungen machen, Kisten müssen noch weggebracht werden, Müll weggeschaft werden, ein bisschen Deko muss her und ich muss meinen Kram in den Schränken vernünftig sortieren. Aber alles in allem ist es überstanden.

Random Blödsinn:


()_()
(oo )N

Fotos: HasiAnn / Fourth Instance Instagram Stories

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Kommentare (1)

  • Avatar

    Muffina

    |

    Alles gute zur Neuen Wohnung! Hab das ganze ja auf Instagram verfolgt und empfehle dir jetzt zur Entspannung Schmitz Häuschen an zu hören.
    Zur Wortfindungsstörung. Es ist pyschologisch bewiesen, das Gedanken, Ideen und einzelne Gedanken mit Räumen und Gegenständen. Es ist also ganz normal das man auf einige Sachen nicht kommt oder den “Was wollte ich damit hier nochmal machen”-Moment hat.
    Ich hatte das bei meinem letzten Umzug auch.

    Ganz liebe Grüße Muffina

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