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FAQ

Inhalt:

1. Welche Stifte / Papier / Werkzeuge / Software / Hardware benutzt du?
2. Wie lange brauchst du für eine Seite?
3. Wie kann man dich unterstützen?
4. Sigierst du was für mich?
5. Auf welchen Conventions kann ich dich treffen?
6. Was ist deine Lieblingsfarbe?
7. Lässt du deinen Manga drucken?
8. Wo kann man deinen Manga kaufen?
9. Bewirb dich doch bei einem Verlag.
10. Wie bist du auf die Idee zu deinem Manga gekommen?
11. Wen aus deinem Manga magst du am liebsten?
12: Was bedeutet Fourth Instance bzw was ist diese vierte Instanz?
13: Arbeitest du in einem Team? 30 bis 40 Seiten pro Monat sind doch allein nicht schaffbar
14: Warum heißt du HasiAnn, unterschreibst deine Bilder aber immer mit MayaAnn?
15: Warum sind die Seitenzahlen in den Mangabänden so unterschiedlich?
16: Warum nimmst du keine Vorbestellungen an? Das würde dir den Druck doch prima finanzieren.
17: Warum ist der Onlineshop nur zu bestimmten Zeiten im Jahr geöffnet und nicht das ganze Jahr über jeden Tag?

1. Welche Stifte / Papier / Werkzeuge / Software / Hardware benutzt du?

(Anm.: Das ist keine Werbung und kein Productplacement. Ich benutze den Kram, weil ich ihn kaufe, bezahle, brauche und gut finde)

Hinweis: In Klammern steht immer dahinter, wo ich den Kram her habe

Skizze:
Stiftradierer: Connor Stiftradierer (Mäc Geiz)
Bleistift: Pentel Orenz Druckbleistift mit Minenschutz PP503 0,3 (bei einem Mangawettbewerb gewonnen)
Bleistiftminen: Pentel Ain Stein HB 0,3 (Copy Shop)
Rohskizze: Druckbleistift 0,7 (Werbegeschenk der Süddeutschen lol)
Rohskizze Minen: Pilot Color Eno 0,7 light blue oder green (Amazon)
Lineal: Durchsichtiges billo Lineal, auf dem Inch falsch geschrieben wurde. Da steht echt Icnh drauf. (Mäc Geiz)
Zeichenhandschuh: XP-Pen Nylon S (Amazon)
Papier: Stenzer DinA4 Malblock (Woolworth)

Outlines:
Feder für dicke Linien und Umrandungen: Memory Comic Pen Röhrchenfeder (Amazon)
Feder für dünne Linien, Outlines und Schraffuren: Deleter Pen Röhrchenfeder (Buchmesse Leipzig)
Federhalter: Memory Comic Pen CP-568 (Amazon)
Tinte: Pelikan 4001 Brilliant Schwarz (Galeria Kaufhof)
Radiergummie: Connor Radierer (Mäc Geiz)

Traditionelles Zeichnen:
Buntstifte: Faber-Castelle, Stabilo, Staedtler (verschiedene Geschäfte)
Schwarz: Copic 100 (Geschenk), Connor CD-Marker (Mäc Geiz)
Outlines: Colorex Aquarelltusche (Connichi)
Papier: Skizzenbücher oder Aquarell Skizzenpapier 90g (verschiedene Geschäfte)
Commission Papier: 250g Büttenpapier (Kunstfachhandel)

Hardware:
Scanner: Brother MFC-J441ODW (Geschenk von meinem Dad)
PC: Acer Aspire M3641 (Saturn)
Monitor: LG Flatron W192T (Saturn)
Speedart Kamera: DBPower HD1080P (Amazon)
Penmaus: GeneralKeys optical Penmouse (Geschenk)
Grafiktablett: XP-Pen Portable Pen Display Artist 10S (Amazon)
Lichttisch: XP-Pen CP A4 LED Light Box (Amazon)

Software:
Windows Vista (hört auf zu lachen)
Photo Impact 7
Andorid (aufm Handy)
Photoshop

2. Wie lange brauchst du für eine Seite?

Ich kann nicht genau sagen, wie lange ich für eine Seite brauche, da ich die Kapitel monatsweise zeichne. Ein Kapitel / Abschnitt / Episodensammlung hat 30 bis 40 Seiten, die ich auf einen Monat aufteile. Erst skizziere ich alle Seiten, dann kommen die Outlines, dann die Raster. Dann kommt der nächste Monat und es geht wieder mit einem neuen Schwung Skizzen los. Also wenn man es mathematisch betrachtet brauche ich etwa einen Arbeitstag für eine Seite. Pauschal kann man aber nie so richtig sagen, wie lange man für eine Seite braucht, weil es stark – wirklich stark – von der Seite abhängt und wieviele Details auf ihr vergraben sind. Wenn es ein Kapitelanfang ist, in dem ich die Szenerie erstmal beschreiben und zeichnen muss, kann ich mich an tausend Baumblättern oder hunderten von Fischen stundenlang totzeichnen. Wenn es eine Seite ist, in der die transportierte Emotion im Gesicht sehr wichtig ist und kaum Hintergrund oder Klamotten zu sehen sind, dann kann es mitunter recht flott gehen.

3. Wie kann man dich unterstützen?

Mit Geld QnQ Es tut mir so leid, dass man es als Künstler immer wieder betonen muss, aber wir brauchen Geld wirklich dringend an allen Ecken und Enden. Unser Job besteht aus Arbeit, Stress und Bangen um die Zukunft. Wir arbeiten die doppelte Anzahl von Stunden in der Woche, die ein normaler Angestellter arbeitet, verdienen aber nur einen Bruchteil dessen. Das ist das Los, das unsere Leidenschaft nunmal mit sich bringt. Wir sind überglücklich aber arm. Daher ist jedes Bisschen, das gespendet oder gekauft wird ein Segen für uns, sei es noch so klein. Vorallen meinen Spendern auf Patreon könnte ich monatlich um den Hals fallen, dass sie mich so treu und lieb unterstützen – ja, auch jene, die „nur“ einen Euro spenden. Selbst ein Euro kann auf meinem Konto über eine rote oder schwarze Zahl entscheiden. Und ihr müsst immer bedenken, ich kann Fourth Instance nur so lange zeichnen, wie es sich refinanziert oder ich in der Lage bin, Geld zu investieren. Geht mir das Geld aus, ist es auch für euch vorbei mit Fourth Instance.

4. Sigierst du was für mich?

Klar. Wenn man mir einen frankierten und adressierten Rückumschlag schickt, schick ich eine Autogrammkarte. Ich signiere aber auch jedes Buch, das ich über den Onlineshop verkaufe. Auf Wunsch schreibe ich auch gern Widmungen.

5. Auf welchen Conventions kann ich dich treffen?

Mit 99%iger Wahrscheinlichkeit auf der Buchmesse in Leipzig. Das ist meine Haus-Convention, kann man so sagen. Da gehe ich jedes Jahr hin, außer ich bin krank. Danach wird es allerdings recht dünn. Ich bin mal eine ganze Weile auf Cons gegangen, sehr regelmäßig und häufig, habe da auch verkauft, aber aus Gründen, die im Blog nachzulesen sind, mache ich das nicht mehr. Wenn ich auf Cons gehe, dann sind das eher spontane Ausflüge. Ich habe auf Cons auch keinen Stand mehr, an dem ich verkaufe. Ich bin nur noch Cosplayfotograf. Shootinganfragen nehm ich gern an.

6. Was ist deine Lieblingsfarbe?

Pink und Lila.

7. Lässt du deinen Manga drucken?

Jupp. Türlichtürlich.

8. Wo kann man deinen Manga kaufen?

In meinem Onlineshop kann man ihn bestellen. Ich signiere jedes Buch.

9. Bewirb dich doch bei einem Verlag.

Lieber kaue ich Sand. Sorry. Ich kenne einfach zu viele Horrorstories über Verlage, die Comickünstler ausbeuten, in Grund und Boden kritisieren, alles am Werk ändern, es verbiegen, es verknäulen, eine Seite 30 mal neu zeichnen lassen (und ja, diese Zahl ist wahr und keine Übertreibung) und mit unmenschlichen Deadlines anrücken. Es gibt sicher auch Positivbeispiele, aber bevor ich mich da durchprobiert habe, sind mir graue Haare gewachsen. Außerdem wollte ich von Anfang an in keinen Verlag, weil ein Verlag immer ein Programm hat, mit Thematiken und einer Zielgruppe. Das Werk, das man dann abliefern muss, muss auf diese Thematik und die Zielgruppe und natürlich auch auf das Image des Verlages passen. Lektoren doktorn dann so lange an einem Werk herum, bis es völlig anders ist, als man haben wollte (hatte ich alles schon durch). Ich will Fourth Instance so erzählen, wie ich das möchte, wie ich es plane und wie ich es für richtig halte. Die Story ist wichtig, das Universum ist riesig und brauche die Kontrolle darüber, sonst sehe ich die gleiche Katastrophe auf mich zurollen, die schon die erste Auflage von Fourth Instance einst vernichtet hat. Leserleins der ersten Stunde wissen, was ich meine.

10. Wie bist du auf die Idee zu deinem Manga gekommen?

Der Manga Fourth Instance basiert auf einem RPG, das Misu und ich 2011 begannen. Davor haben wir schon ein etwas kürzeres („nur“ 1000 Seiten langes) RPG über Black Butler schrieben, in dem wir Ciel und Sebastian auf sehr peinliche Weise miteinander geshipt haben. Keiner von uns kann sich dieses erste RPG heute noch durchlesen, ohne einen roten Kopf dabei zu bekommen. Das erste RPG fand sein Ende mit der Hochzeit von Sebastian und Ciel. Misu und ich wollten ein neues RPG anfangen und irgendwie eine neue Story kreieren, die weniger pubertär und etwas gehaltvoller ist. Ich geb zu, dieses zweite RPG fing auch wieder recht pubertär an, gewann aber doch flott an Tiefe, als wir begannen uns auch weit außerhalb des Black Butler Universums zu bewegen. „Ciel“ und „Sebastian“ lebten nach dem ersten Teil nicht mehr in England, sondern in Transilvanien. Es gab eine Hölle, die man auch betreten konnte. „Sebastian“ hatte eine richtige Aufgabe, eine Vergangenheit, eine Familie und einen Werdegang. Sowohl „Sebastian“ als auch „Ciel“ entglitten immer mehr ihren japanischen Vorlagen und wurden eigenständige Figuren, mit eigenen Namen, aus Ciel wurde Noel und aus Sebastian wurde Leon. Spätestens als Gabriel und Abel ins RPG eintauchten, hatte das RPG nichts mehr Black Butler zu tun. Es kamen hunderter von Charakteren hinzu, die Familie wurde riesig, es kamen Dörfer, Städte, Berufszweige hinzu, sowohl auf der Erde, als auch in der Hölle. Es kamen Aufgaben hinzu, eigene Wissenschaften, eigene Universumstheorien, eigene Magiepraktiken, eigene Ökosysteme, eigene Gesellschaftssysteme mit eigenen Gesetzen und Regeln. Es kamen Schulen, Verlage, Akademien, Einrichtungen hinzu, alle mit eigenem Aufbau, System, Personal und Hierarchie.

Heute (Stand Juni 2018) hat das RPG „Mein Besitz Noel“ 500 Charaktere und 30.000 Seiten mit 12 Millionen Wörtern in 50 Teilen. Selbst wenn man davon nur die Hälfte nimmt, die ich geschrieben habe, ist das immer noch das längste Werk, an dem ich jemals gearbeitet habe.

11. Wen aus deinem Manga magst du am liebsten?

Ganz klar Gabriel. Er war mein erster Chara im RPG und ich liebe ihn über alles, mit all seinen Stärken und Schwächen, seinen Höhen und Tiefen, durch die er gegangen ist.

Aus Fourth Instance mag ich Nyo am liebsten. Er ist immer so ruhig und schweigsam und ich mag es, dass der Leser nicht weiß, wie viel in seinem Kopf arbeitet, wenn er nur guckt und man denkt, er würde nur ins Leere starren. Er ist hochintelligent und die wenigsten wissen das oder trauen es ihm zu.

Aus Demon Ai liebe ich natürlich Zone. Er ist ein Arsch, er nimmt auf nichts und niemanden Rücksicht, er sagt, was er denkt und er tut, was er will. So’n Selbstvertrauen wünsch ich mir auch manchmal.

12: Was bedeutet Fourth Instance bzw was ist diese vierte Instanz?

Soll ich euch wirklich die Story spoilern? 😀
Eigentlich müsste ich sie nicht spoilern. Es wurde bereits erklärt, was die vierte Instanz ist. Natürlich nur zwischen den Zeilen. Ich höre mir gern Interpretationen von euch an <3

13: Warum heißt du HasiAnn, unterschreibst deine Bilder aber immer mit MayaAnn?

MayaAnn war quasi der erste „Künstlername“, den ich mir selbst gegeben habe. Den hatte ich schon lange bevor ich HasiAnn hieß. „HasiAnn“ ist quasi eine Anlehnung an meinen Künstlernamen und wurde zu meinem Nickname auf Animexx und anderen Accounts. HasiAnn ist also mein Nick und MayaAnn mein Künstlername.

14: Arbeitest du in einem Team? 30 bis 40 Seiten pro Monat sind doch allein nicht schaffbar.

Nein, ich arbeite in keinem Team zumindest in keinem, das mir bei den Zeichnungen hilft. Ich habe zwei freiwillige Helfer. Das sind einmal die Misu, die mir einmal im Monat die Texte ins Englische übersetzt. Sie macht aber nur die Übersetzung, also ich schicke ihr ein Textdokument mit dem gesamten Text, den sie komplett übersetzt und ich texte den Manga englisch dann wieder allein, also füge die übersetzen Texte in die Sprechblasen ein und konvertiere alles. Und mein zweiter Helfer ist der Christiansi, der zwei bis drei Mal im Jahr die deutsche Version vom Manga betaliest. Er ist quasi sowas wie ein Lektor für die Texte. Das war’s aber auch. Größer ist mein „Team“ nicht. Ich verdiene gerade so viel, dass ich das Projekt finanzieren kann. Ein Team könnte ich nie im Leben bezahlen. Natürlich wäre es schön, Helfer zu haben. Ich würde gern eine paar Handgriffe an Helfer abgeben, beispielsweise das Texten, was mehrere Stunden dauert und super nervig ist. Die Seiten scannen und fürs Rastern vorbereiten könnte ich auch abgeben. Generell bräuchte ich einen Marketing Manager, weil ich echt schlecht im Marketing und im Verkauf bin. Ich bin halt Zeichner, kein Marketer. Ich bin gut darin, Mangas zu zeichnen, aber schlecht darin, sie zu verkaufen oder zu bewerben. Es gäbe noch viele andere Dinge, die ich abgeben könnte, aber dafür reicht das Geld hinten und vorn nicht aus. Also, ja, die 30 bis 40 Seiten pro Monate zeichne ich komplett allein. Und mit dem Zeichnen hört es ja auch nicht auf. Da ich auch noch einen Indie-Verlag betreibe und Freelancer bin, habe ich tausend Papierkram am Arsch, um den ich mich auch kümmern muss. Plus die Illustratoren-Arbeit für andere Kunden, ich bin ja nicht nur Mangaka, sondern auch noch Freelancer Illustrator und Grafiker. Von daher, eine 70-Stunden-Woche ist für mich nichts ungewöhnliches (zum Vergleich, normale Angestellte arbeiten eine 40-Stunden-Woche). Von daher ist halt auch die finanzielle Unterstützung für mich immer so immens wichtig.

15: Warum sind die Seitenzahlen in den Mangabänden so unterschiedlich?

Wenn man für einen Verlag zeichnet, wie beispielsweise für Carlsen oder Tokyo Pop, dann bekommt man als Zeichner bestimmte Seitenauflagen, an die man sich zwingend halten muss. Das machen die Verlage nicht, um den Zeichner zu ärgern, sondern weil sie nur ein bestimmtes Seitenkontingent zur Verfügung haben, das sie unter den Künstlern und Redakteuren aufteilen müssen. Ein Zeichner darf seine vorbestimmten Seiten weder über- noch unterschreiten und er wird auch nach Seitenanzahl bzw Werkauftrag bezahlt. Ich als Indie-Künstler bin an keine solchen Auflagen gebunden und kann meine Seitenanzahl für die Bände frei wählen. Allerdings mache ich das nicht Pi mal Fensterkreuz, sondern hinter den Seitenzahlen steckt eine bestimmte Kalkulierung. Ich zeichne nicht nach Seitenzahlen, sondern nach Arbeitsstunden. Ich habe also keine festen Seitenzahl, an die ich mich halten muss, sondern eine vorgegebene Arbeitsstundenzahl, in der ich so viele Seiten zeichnen kann, wie ich will. Warum mache ich das? Ich bin jemand, der sehr schwer – wirklich sehr schwer – unter Zeitdruck arbeiten kann und wenn ich weiß, ich muss XY Seiten in ZA Zeit hinkriegen, werden ich nervös und fange an, schlampig oder schlecht zu zeichnen. Das ist aber nicht nur bei mir ein Problem. Viele Zeichner drosseln die Qualität, lassen Details weg, zeichnen gequetschter oder breiter, machen mehr freie Flächen oder cutten die Story zugunsten der Seiten, die sie bis zur Deadline schaffen müssen. Das machen sie nicht, weil sie faul sind, sondern weil manche Qualität der Zeichnung in bestimmter Zeit gar nicht möglich ist. Wenn noch dazu ein ganzes Team an einem Manga arbeitet, müssen Vorzeichnungen auch schnell genug fertig sein, damit die Assistenten keine Latenz haben. Man darf darüber hinaus auch nicht vergessen, dass es Seiten gibt, für die man doppelt so lange braucht, wie für andere Seiten, bspw wenn sie viele Details enthalten, viele Hintergründe, viele Kleinigkeiten oder eine sehr aufwendige Pose. Man ist sehr versucht solche aufwendigen Seiten zu reduzieren, um einfach Zeit zu sparen, aber trotzdem seine Seitenanzahl zu schaffen. Als ich Burn Out hatte, habe ich gemerkt, dass ich auch angefangen habe, genau diesen Fehler zu machen. Ich habe die Qualität reduziert, um meine Seitenzahlen zu schaffen. Ich will davon wegkommen und zeichne daher nur noch nach Arbeitsstunden. Ich habe eine festgelegte Arbeitswoche, mit festgelegten Arbeitsstunden und die fülle ich bis zum Feierabend. Es ist egal, wieviel Seiten dabei herauskommen, Hauptsache, ich habe die Zeit genutzt und bin mit der Qualität der Seiten zufrieden. Ich will nie wieder die Story kürzen müssen, Dialoge cutten, Details weglassen, die Panels strecken oder schludrig zeichnen, um meine Seiten zu schaffen. So kommt es eben, dass ich mal in vier Monaten nicht so viel schaffe, wie im Band davor oder dass ein Kapitel deutlich länger wird, als das andere. Ich stelle Qualität vor Quantität, deswegen sind die Seiten pro Band so unterschiedlich.

16. Warum nimmst du keine Vorbestellungen an? Das würde dir den Druck doch prima finanzieren.

Ganz am Anfang habe ich auch Vorbestellungen für Bücher und Merch angenommen, noch bevor ich sie produziert habe. Mit dem eingenommenen Geld habe ich dann den Druck finanziert. Das hat auch ganz gut geklappt, aber relativ schnell habe ich dann gemerkt, dass die Vorbestellungen immer weniger wurden, obwohl die eigentlichen Bestellungen (also sobald das Buch offiziell im Onlineshop war) immer mehr wurden. Ich wusste zu dem Zeitpunkt nicht, warum das so ist. Da habe ich mich lang mit Kollegen aus meiner Branche unterhalten und die haben mir das erklärt. Vorbestellungen, die einzig auf Vertrauen basieren haben keinen guten Ruf. Das haben vor allem private Händler auf Etsy oder Ebay oder Crowdfoundingplattformen wie Kickstarter, ordentlich kaputt gemacht. Das Problem ist, diese Händler geben Vorbestellungen raus, mit der Begründung, dass sie das eingenommene Geld zur Produktion (in meinem Fall den Druck von Mangabüchern) nutzen. Das würde auch prima funktionieren, wären nicht immer wieder irgendwelche – sorry – Idioten darunter, die die Kohle einfach einheimsen und dann nie wieder von sich hören lassen. Daher ist das Vertauen in solche Vorbesteller-Aktionen eher dahin und deswegen will ich das auch nicht machen. Ich will meinen Käufern nicht das Gefühl geben, dass sie mir ausgeliefert sind oder dass ich ihre Kohle in eine Villa in den Anden stecke. Ich will ein fertiges Produkt haben, das sie direkt im Shop kaufen können ohne Umwege oder einer Wartezeit von ein bis zwei Monaten. Die Finanzierung vom Druck krieg ich schon irgendwie hin. Bisher hat es immer geklappt, auch wenn es teils mit dem Geld sehr knapp wurde.

17: Warum ist der Onlineshop nur zu bestimmten Zeiten im Jahr geöffnet und nicht das ganze Jahr über jeden Tag?

Der Onlineshop wird immer dann eröffnet, wenn ein neuer Mangaband als gedruckte Ausgabe veröffentlicht ist und schließt etwa einen Monat später. Manchmal mache ich noch Nachverkäufe, aber eigentlich arbeite ich immer darauf hin, dass der Onlineshop nicht länger als einen Monat nach Erstveröffentlichung des neuen Bandes geöffnet ist. Das hat folgenden Grund: Ich betreibe den Onlineshop allein. Ich habe kein Team, das mir bei der Produktion von Merch, beim Schreiben der Rechnungen, beim Verpacken der Bestellungen oder beim Versand hilft. Der Manga ist, wie man sich denken kann, sehr gefragt und daher gibt es sehr viele Bestellungen, um die ich mich kümmern muss. Eine Bestellung zu bearbeiten enthält dabei diese Arbeitsschritte:
– Bestellung im Register aufnehmen
– Besteller in die Kundenkartei eintragen
– Artikel raussuchen
– Bücher signieren
– eventuell Sonderwünsche erfüllen
– eine kleine persönliche Zeichnung zeichnen
– alles verpacken, frankieren und addressieren
– Artikelnummern und Preise raussuchen
– Rechnung schreiben
– e-Mail mit der Rechnung schicken
– Bestellung storen bis die Überweisung eingegangen ist
– Überweisungen prüfen
– Bestellung zur Post bringen
Alles in Allem kann die Bearbeitung einer einzigen Bestellung je nach Größe eine halbe bis eine Stunde in Anspruch nehmen. Das, multipliziert mit der Menge an Bestellern, ist eine wirklich zeitaufwendige Arbeit. Ich öffne den Shop daher nur in einem Monat, um mich ganz auf diese Arbeit konzentrieren zu können. Ich fahre andere Aufgaben in dieser Zeit herunter, um mich um Bestellungen kümmern zu können. Ich muss viele Daten eintragen, Zahlen im Kopf behalten und ich darf den Überblick nicht verlieren. Daher nehme ich Bestellungen in einem Zeitfenster an, in dem ich mich gezielt darauf konzentrieren kann. Es wäre absoluter Wahnsinn, den Onlineshop permanent offen zu haben und permanent Bestellungen annehmen zu müssen. Wenn ab und an immer mal wieder außerhalb der Öffnungstage Bestellungen reinplätschern oder wenn jemand im Bestellzeitraum gerade verreist war oder es nicht rechtzeitig geschafft hat, bearbeite ich diese Bestellung natürlich auch so schnell ich kann.  Von daher seid mir nicht böse, wenn ich die Zeit für den Onlineshop begrenzen muss, aber ich denke so ist es für mich und auch für euch am besten. Ich kündige früh genug die nächste Shoperöffnung an, dann wisst ihr, wann ihr bestellen könnt und ich kann mich ganz auf diese Arbeit konzentrieren.

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