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Die S.P.A.C.E Charas

Meine Einschätzung 

Es wurde gestern viel diskutiert über das P&P von RBTV. Vor allem wurde über das grundlegende Konzept debatiert. Ich finde, dabei ist ein bisschen untergegangen, wie die Charaktere waren und was die Mods geleistet haben. Daher versuch ich das mal nachzuholen. (Ich werde die Charas mit Sicherheit falsch schreiben, bitte darüber hinwegsehen)

Die Hauptfiguren

William Dangerfield

Eddys Laser-Paraderolle. Ein Haudrauf-Übermann mit zu spitzen Zähnen. Ich fand William cool, war eine Mischung aus Eduard Laser und George McCratefässrnkistn. Ich finde, Eddy hätte noch mehr herausarbeiten können, dass er alt ist und alles hasst. Also, ich meine jetzt als William. Das wären interessante Aspekte gewesen, gerade weil es in dem Sheet auf Twitter direkt stand, dass er jeden hasst. Eddy hat seine Rolle als Eduard McCrate aber echt gut gespielt, hat vielleicht ‘n bisschen viel geredet, war aber dennoch sehr lustig.

Jurij Fakov

Mit Nils’ Figur bin ich nicht ganz warm geworden. Auf dem Sheet stand, dass er eine gruslige „russische“ Kampfmaschine ist, aber was Nils draus gemacht hat war ein noadischer Piraten-Kutter-Kapitän, zumindest wirkte es so. Ich fand, seine gewählte Kleidung, der grundlegende Charakter und seine Art zu spielen passten nicht zusammen. Aber man kann ja nicht immer einen Hit landen wie Geronima. Trotzdem hat Nils gut gespielt und sich bemüht, den Ball weiter rollen zu lassen.

Karamell Knusper Krunch

Einer meiner überraschenden Lieblinge muss ich gestehen. Die Figur an sich ist schon neu und brilliant, weil niemand bisher ein abgehalftertes halbes Hemd spielen wollte, das nichts kann und sich nichts traut. Alle wollten immer Dr. Übermann sein. Florentin spielt hier zum ersten Mal einen depressiven, gebrochenen Schwächling und das mit wundervoller Überzeugung. Ich hab ihn permanent bemitleidet und als er sich verletzt hat, dachte ich nur QnQ. Der running Gag mit den Flyern war super und seine Backstory sollte definitiv noch eine größere Rolle spielen. Ich will für ihn ein Happy End, dass er seinen alten Namen zurück bekommt, jemanden kennen lernt, sich verliebt und ein glückliches Leben führt. Oder sich am Ende als der Oberschurke rausstellt, was euch lieber ist. Btw meine Freundin meinte irgendwann „Florentin is’ schon echt attraktiv, wa…“

Jan-Christoph Ultra

Trant… Was sag ich über Trant… Er hat genau das geliefert, was ich auch erwartet hatte. Unfreiwillig freiwillig komisch durch seine trantige Art. Ich finde nur, das ging ein bisschen unter, gerade weil alles so durcheinander war und keine richtige Leitung hatte. So konnte man Trants dezenten Untermtisch-Humor gar nicht richtig registrieren und genießen. Trant wird lustig, wenn man ihn beobachtet, wie er teilnahmslos dasteht und hilflos auf den Boden guckt, oder wenn er versucht ein Gespräch anzufangen und jeder Satz nur ein paar cringy Worte lang ist und dann peinliches Schweigen einsetzt. Das macht einen Trant lustig und er hat es auch so gespielt, aber es ging meiner Meinung nach ein bisschen verloren. Seine Klamotten fand ich im Übrigen genial. Genauso stelle ich mir Trant vor, wenn Trant Improtheater macht und ein Kostüm dafür wählt. Unfassbar dumm, nichts passt zusammen und zu seinem Charakter und dem Setting passt es absolut gar nicht. Meine Freundin meinte ständig, er sieht aus, wie ein unglaublich schlechtes Cosplay von Dustin aus Stranger Things. Aber das ist halt Trant. So muss ein Trant aussehen und so wird ein Trant lustig. Ich fand es in seiner Unpässlichkeit absolut passend und gelungen.

Die Nebencharas

S.P.A.C.E. Mitarbeiter

Sehr cute, sehr süß, eine niedliche Idee, wie man das P&P auch ohne Pre-Show eröffnen kann. Für eine Exposition war’s sehr schnuckelig.

S.P.A.C.E. Typ mit Sonnenbrille, der was zu sagen hat, hab leider keinen Screeshot von ihm gefunden, sonst hätt ich ihn auch gemalt

Ja, das ist Lars’ Paraderolle. Im Stechschritt lauf und andere Leute anschreien. Hat er gut gemacht, auch wenn seine Screentime recht begrenzt war. Der kann in einem zweiten Teil ruhig nochmal wieder kommen.

Crash, Frank und Rosi

Sofia, chapeau, das war grandios! Ich weiß nicht, was ich anderes dazu sagen soll, als grandios. Das Schauspiel, die Körperhaltung, die Sprache, Mimik, Gestik, Improvisation. Wtf. An der Frau ist eine Schauspielerin verloren gegangen. Sofia sollte mal beim P&P mitspielen, also als richtige Spielerin.

Junker

Eine Mischung aus Mafiaboss und Schlagersänger. Genial. Eine Rolle, die Colin auf den Leib geschneidert wurde. Er hat sie geliebt, wie er sie gelebt hat, das hat man richtig gemerkt. Und das Make Up, wer auch immer das gemacht hat, wow! Sah super aus! Meine Freundin hat die augmentieren Wangenkochen direkt erkannt.

Zu guter letzte die Figur, die einfach alles übertroffen hat. Es tut mir leid, aber an Idee, Umsetzung, Schauspiel und Humor übertrifft nichts

König Stein

Was… zum… f***… Da hat einfach alles gestimmt. Diese plumpe, trashige Form eines Steinkönigs, die nur ein Grundschulkind noch trashiger hätte designen können, gemischt mit der plumpen trashigen Geschichte des Königs, der den Kopf seines Feindes haben will, plus diese plumpe trashige – aber absolut auf den Punkt animierte – Animation, und Simons taubenhügel-artiges Schauspiel. Es! War! Geni! Es kommt gleich! Al! Ich konnte irgendwann die Augen nicht mehr offen halten vor Lachen und hab’ die Hälfte der Story verpasst. Also bitte. Bitte bitte bitte bitte. Egal, was ihr tut, selbst wenn ihr S.P.A.C.E. nicht fortsetzen wollt, bitte gebt König Stein irgendwann in irgendeinem Kontext nochmal einen Auftritt, genauso wie er jetzt ist. Mit dieser Animation, mit diesem Design, mit diesem dummen Blick und mit diesem Simon am Mikro.

Großes Lob aber auch an die Setbauer, die Regie, die Technik, die Maske, alle die dran mitgearbeitet haben. Ja, es war ein Experiment und ja es hatte mehr Schwächen als Stärken, aber das ändert nichts an der Grandiosität, der Idee und allem, was drum herum gebaut und gebastelt wurde. Das muss ein unfassbar riesiger Aufwand gewesen sein und davor kann man nur den Hut ziehen. Auch vor dem Mut, sowas auszuprobieren. Von daher. Macht weiter so. Überrascht uns. Dafür lieben wir euch ja.

Das war’s soweit von mir. Dank fürs Lesen.

HasiAnn

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Kommentare (2)

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    Matthias Gulbinski

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    Ja, leider ist das völlig untergegangen in diesem … puh … ich weiß gar nicht wie ich es nennen soll. Ich weiß nicht, ich bin einfach enttäuscht von Hauke, dass er diesen Aspekt von Pen & Paper geeignet dafür findet es Zuschauern zu zeigen. Er hat wohl dieses Hirngespinst im Kopf, dass man den Zuschauern nix zutrauen darf. Das Regelsystem muss banal sein, am besten gar nicht vorhanden und nichts mehr darf im Kopf passieren, am besten auch den Charakteren keinen Raum mehr lassen und bloß kein Freiraum oder Leerlauf mehr für Dynamik, das könnte ja langweilig wirken. Nein, all das, die Zeit für die Charaktere, das Laufen lassen, der Fantasie-Anteil, das hat z.B. Morriton Manor großartig gemacht und der Wunsch war eher nach mehr Würfeln, mehr Charakterbogen, mehr Skills, mehr Komplexität, wurde aber verstanden als noch nicht einfach genug für den RTL II Zuschauer, der nur unterhalten wird, wenn er alles sofort versteht und am besten gar nicht mehr denken und gar nicht mehr seine Fantasie einsetzen soll. Maßlose und auch anmaßende Ansichten darüber, was der Zuschauer mag. Einfach falsch. Komplett falsch. So falsch, dass man sich scharf dagegen wehren muss, weil das in einer Richtung geht, die ich nicht supporten will, nicht mal mit dem Zuschauen. Wenn ihr was simplifizieren wollt dann nehmt einen Holztisch und 4 Leute, die Bock drauf haben und lasst den Schnick Schnack weg, aber entwickelt ein Spielsystem, dass aus mehr besteht als Prozentchancen würfeln ohne zu kompliziert zu sein. Ganz ehrlich, soll die Community dabei helfen? Das machen wir gerne. Nimm drei Würfel, führe Elemtarschaden ein, sowas wie Mentalschaden z.B. machs doch nicht zu simpel für wie dumm hält man uns, dass man denkt ein W20 ist an sich schon zu kompliziert für uns was zum Geier ist das für ein Menschenbild? Im Jahre 2018 als Internetsender? Ernsthaft? Das denkt ihr soll Unterhaltung sein? Nein, wirklich nein. Ich bin richtig sauer über die Richtung, die das großartige Pen & Paper Format genommen hat und hoffe sehr es war ein Ausrutscher, der ehrlich gesagt schwer zu verzeihen ist, weil ich mich schon lange nicht mehr für so dumm erklärt gefühlt habe, da ist nicht mal der Anteilnahme am Spaß der Darsteller oder die Mühe zu belohnen mir in den Sinn gekommen, sondern blanke Wut angesichts der – Entschuldigung für das Wort – aber Dummheit – das war wirklich präsentierte Dummheit auf dem Silbertablett und ich weiß Hauke kann das tausend Mal besser, aber wieso er, und ich denke er trägt die Hauptverantwortung, denkt, dass DAS der Teil ist, den die Zuschauer lieber sehen als einfach 4, 5 Nerds, die Spaß haben und die Sache mehr oder weniger Improvisieren. Weniger ist mehr. In dem Fall muss man deutlich sagen VIEL weniger wäre mehr. Wie gesagt, wenn ihr einen Mehrwert bieten wollt dann macht das Kampfsystem und die Skill noch spannender und gerne ein wenig mehr komplexer, das man mitfiebern kann und ruhig auch mal kurz nachdenken muss. Ich finds ganz, ganz schlimm wie das runtergebrochen wurde aufs Blödsinnigste. Lieber hätte ich nen 2 Stündigen Dialog von Knusper und Junker gesehen oder ne Wurfcam mit 4 unterschiedlichen Würfeln oder einen 5-seitigen Charakterbogen Feld für Feld erklärt bekommen als auch nur ein bisschen von dieser Art der Geschichte.

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      HasiAnn

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      So hart würde ich es nicht ausdrücken, aber im Grunde hast du recht. Was ich an RBTV immer wieder beobachte – nicht nur beim P&P – ist diese andauernde “Professionalisierung”, die aber einfach nur eine Art… ja… wie soll man sagen… sie machen es für den Zuschauer leichter, einfach nur noch zu zuschauen und weniger zu denken. Ich nehm dafür gern das Beispiel vom Nerd Quiz. anfangs war das Nerd Quiz ein Stuhl, ein Tisch, ein schneller Zusammenschnitt aus einer Frage und dem sehr lustigen Überlegungsprozess der Kandidaten. Man musste mit dem Kopf halt ein bisschen dabei bleiben und nachvollziehen, worüber die Kandidaten gerade nachdenken. Heute ist das Nerd Quiz ein lineares Jeopardy, Frage wird gestellt, Antwort kommt. Das damalige Nerd Quiz fand ich zum schreien komisch und ich sehe mir die vier Folgen heute immer noch gern an. Das heutige Nerd Quiz spricht mich kaum an. Anderes Beispiel war Almost Daily. Einfaches Prinzip, setz 4 Typen an einen Tisch und die reden miteinander. Fand ich cool. War halt ein Podcast und Podcasts sind nunmal dazu gemacht, zuzuhören und mitzudenken. Wo ich mir ernsthaft an den Kopf gefasst habe und wo ich wirklich dachte, jetzt sind wir bei RTL angekommen, war eine Almost Plaily Folge, in der es bei Niederlage Strafen gab, woraus dann irgendwann “Spiele mit Schmerz” wurde. Da hab ich echt gedacht, verarscht man uns hier? Das ist die Unterhaltung, die die RBTV Zuschauer wollen?… Dummes Grunzen und überkandideltes Lachen über Schmerzen eines anderen, statt Gespräche oder Gesellschaftsspiele, bei denen man mitdenken muss? Ok… dann bye…?

      Beim P&P war es irgendwie das selbe. Anfangs war das System dahinter noch recht komplex. Als ich damals Tears gesehen habe, hab ich nix verstanden und richtig erklärt wurde es auch nicht. Es war chaotisch, durcheinander und ich hab lange gebraucht, bis ich hinter das System gestiegen bin. Fakt ist aber, ich BIN hinter das System gestiegen und mit mir noch 25k andere Zuschauer, die sich davon unterhalten gefühlt haben. Also müssen die Spieler und Hauke doch irgendwas richtig gemacht haben. Ich versteh nicht, warum man das ändern und “optimieren” muss. Warum ein leichteres, besser nachvollziehbares System? Das Tears Regelwerk hat doch nun jeder verstanden, warum muss ein neues her? Warum muss das simpler sein? Warum wird so viel Wert auf überzogenes Rollenspiel gelegt, anstatt seinen Charakter vernünftig zu spielen und gezielt zu skillen? Ich kann verstehen, dass es halt immer noch eine Unterhaltungssendung ist. Die muss unterhalten und die muss auf Show machen. Aber warum hat Tears dann funktioniert, mit einem Tisch, auf dem Weintrauben stehen, und einem Pappkarton vor einem Bildschirm auf dem Feuer brennt? Aber ein Space, mit krasser Grafik, krasser Technik, krassen Kulissen funktioniert plötzlich nicht mehr. Da muss doch irgendwann mal der Groschen fallen, dass Back to the Roots von Hauen und Pappe besser ist, als eine merkwürdige trashige semiprofessionelle Amöbe zu kreieren. Ja, Respekt an den Aufwand, der dafür betrieben würde, aber den Kern der Sache habt ihr dennoch verfehlt. Ihr habt nicht P&P gespielt.

      Ich hab damals bei Loot für die Welt das P&P mit Nils und seinen Spielern gesehen und ich lag am Boden vor Lachen. Es war so unterhaltsam und so genial und die hatten wirklich nichts weiter als Stift, Papier und ein Sofa. Ich habe auch das P&P von Gameswelt gesehen. War auch super simpel, vier Spieler, Stift, Papier und ein Tisch. Da geb es eine Stelle, in der es um einen verdammt wichtigen Wurf ging, unter 15 oder so mit einem W100 (Regelwerk war Call of Cthuhlu). DAS war echt Spannung. Ich saß davor und hab mitgefiebert. Wenn er den Wurf verkackt, ist alles im Arsch. Das war echt Spannung, die ich gefühlt habe. Dazu braucht es kein aufwendiges Set oder super tolle Grafik oder irgendwas. Die Spannung entsteht aus dem Inhalt, nicht aus der Verpackung. Und Call of Cthulhu ist kein einfaches Regelwerk. ich hab auch lang gebraucht, bis ich es verstanden habe, selbst mit Tears-Vorkenntnissen.

      Es dauert halt eine Weile, bis man in ein P&P als Zuschauer reinkommt. Man wird nicht in der ersten Sekunde von einer super aufwendigen Exposition abgeholt mit Grafik und eingesprochenem Text und hier und da und blablabla. Man muss eine Stunde lang einfach mal zuhören und dabei bleiben. Ich weiß, dass das in der heutigen Zeit immer schwerer fällt, aber genau aus dem Grund wünsch ich mir auch die langen P&Ps zurück. Tears hat 5 Stunden gedauert. GTI hat gerade so noch 2 Stunden gedauert. In einer P&P muss man als spieler, als Spielleiter und auch als Zuschauer reinkommen und dafür braucht es Zeit, die muss man allen geben. Space war kein P&P, selbst wenn im Hintergrund gewürfelt wurde. Auf dem Level könnte man jedes Videospiel als P&P bezeichnen, weil halt auch im Hintergrund “gewürfelt” wird. Space war ein trashiges Experimental-Improtheater. Hauke hat auch recht mit seinem statement, dass es falsch war, das vorher als P&P zu kommunizieren, obwohl es das im Endeffekt nicht war. Es wird an den falschen Ecken optimiert. Ich sag halt immer wieder, zeigt die Charakterbögen, updatet die Charakterbögen, zeigt das grundlegende Regelwerk, sodass es jeder nachvollziehen kann. Gebt den Zuschauern Papier und Infos in die Hand, statt aufwendiger Grafik und krassen Kulissen. Holt den Zuschauer ab, indem ihr ihm zeigt, was ihr tut, nicht indem ihr ihm leicht zu verdauende Unterhaltung liefert.

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