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Epos Seite 79-87

Charas:

Noel = Jeune Comte = Njelnitschka = Leons Partner, 17 Jahre

Leon = Michael = Noels Partner = Gabriels Bruder, Dämon

Gabriel = Vincent = Abels Partner, Dämon

Abel = Kuro = Petit Frere = Gabriels Partner, 12 Jahre

[Ganzes Epos lesen]


Gabriel: Das Monster war nicht einfach nur da, weil es Lust dazu hatte. Ich bin derjenige, der es hätte vertreiben müssen.
Abel: …?
Gabriel: Ich hab‘ es nicht getan. Ich hab‘ es nicht kommen sehen, ich war zu schwach, mich dagegen zu wehren. Es war meine Schuld. Ich muss besser auf dich aufpassen
Abel: …n-nein… das… …nur ich kann es vertreiben… das…hast du doch gesagt……du… du bist vincent…! M…mein vincent… nicht das Monster…!

Gabriel sieht hilfesuchend zu Leon.
Gabriel: *Das ist nicht die Wahrheit.*
Leon: *Er will die Wahrheit nicht hören, Gabriel.*
Gabriel: Michael… kann ich mal kurz mit dir unter vier Augen reden?
Leon: Frag das nicht mich.

Gabriel sieht wieder zu Abel.
Gabriel: Bleibst du hier kurz sitzen? Ich muss nur was mit Michael besprechen… Geht auch ganz schnell. Ich bin gleich wieder da.
Abel: …O…okay…
Gabriel: Danke, du bist ein lieber Junge.

Gabriel zieht Leon am Hemdärmel aus dem Zimmer und schließt die Tür.
Gabriel: Was soll ich ihm denn jetzt sagen?! Es ist nicht die Wahrheit! Das Monster soll an allem Schuld sein. Ja, super. Damit kann ich mich wohl aus der Affäre ziehen?! Es ist meine Schuld! Das ist Fakt! Ich hätte mich beherrschen müssen und ich konnte es nicht! Jetzt hab‘ ich Abel weh getan! Es ist meine Schuld! Noel hatte Recht!
Leon: Erklär ihm, dass es in deiner Natur liegt… und dass du es nicht wolltest. Und warum du dich nicht beherrschen kannst, wenn du in seiner Nähe bist.. Oder du redest so lange auf ihn ein, bis er die Wahrheit akzeptiert.
Gabriel: Er wird Angst vor mir kriegen
Leon: Das kann durchaus möglich sein. Aber er wird früher oder später zu dir zurückkehren. Er braucht dich, Gabriel. Und du brauchst ihn. Das ist Fakt.
Gabriel: Ich will ehrlich zu ihm sein… Ich will ihm die Wahrheit sagen.
Leon: Dann sei ehrlich zu ihm… Auch wenn es bitter ist.
Gabriel: Und was mach ich, wenn er nicht mehr zu mir zurückkommt?
Leon: Er wird immer zu dir zurückkommen, da bin ich mir sicher.
Gabriel: Wie kannst du dir nur so sicher sein?
Leon: Einerseits wegen dem Teufelspakt. Andererseits… er hat nichtmal jetzt Angst vor dir, obwohl du ihm so weh getan hast. Ich glaube, es schreckt ihn nicht ab, wenn du so bist wie du bist.

Erschöpft lehnt sich Gabriel an seinen Bruder, dieser schließt ihn in die Arme. Sie tauschen einen Kuss aus.
Gabriel: Danke…

Und Gabriel öffnet wieder die Tür zum Zimmer, setzt sich langsam zu Abel auf den Boden, versucht zu lächeln.
Gabriel: Abel, es gibt da etwas, das du wissen solltest… über mich…
Abel: …Ich weiß, dass du ein Dämon bist…
Gabriel: Ja, das ist richtig. Aber ich bin nicht, wie die anderen.
Abel: …Was meinst du…?
Gabriel: So, wie ich mit dir umgehe, gehen die meisten anderen Dämonen nicht mit Menschen um.
Abel: Ich versteh dich nicht…
Gabriel: Sie gehen so mit Menschen um, wie es das Monster getan hat.
Abel: …aber du bist nicht so…
Gabriel: Doch… irgendwie schon… Es liegt in der Natur eines jeden Dämons, so zu sein.
Abel: …Nhh…n-nein… du bist…lieb…
Gabriel: Wir werden so geboren und so erzogen. Es gibt kein Monster, das auf diese Weise mit dir umgegangen ist… Ich war es selbst.

Abel hält sich die Ohren zu.
Abel: Nein!! Du bist mein Vincent!! Wir gehören zusammen und du lässt mich nicht allein!
Gabriel: Was du als Monster bezeichnest, ist mein dämonischer Drang, mir zu nehmen, was ich will. Ohne Rücksicht auf Verluste. Dieser Drang ist in mir, ob ich will oder nicht. Dabei bin ich mir nicht mal sicher, ob das bei jedem Dämon so ist… oder einfach nur bei mir… Ich hab‘ diesem Drang bisher immer nachgegeben, ohne ihn zu hinterfragen. Aber seit ich dich kenne… Ich habe lange mit meinem Bruder darüber geredet… Er hat mir viel von sich erzählt und er hat mir viel von Noel erzählt. Michael sagte mir, dass es möglich ist… Liebe zu empfinden auch für einen Dämon. Ich wollte das nicht glauben, doch dann warst du da… Ich hab‘ meine Augen zum ersten mal aufgemacht und kein Dismentis gesehen, mit dem ich machen konnte, was ich wollte. Ich sah deine schwarzen Augen und deine weißen Haare und ich hatte nur noch den Wunsch, bei dir zu sein, auf dich aufzupassen, dir jeden Wunsch zu erfüllen. Ich wollte dich beschützen. Vorhin… da kam aber dieser dämonische Drang wieder in mir durch. Ich wollte dich besitzen, deinen Körper ganz für mich allein haben. Ich hab‘ dich nicht mehr gehört, ich hab‘ auf die Zeichen nicht mehr geachtet, ich hab‘ deinen Schmerz nicht gefühlt und ich habe Angst, dass ich dir irgendwann wieder soetwas antue… Das will ich nicht… Du bist mir wichtig… Ich will dir nicht weh tun…

Abel klammert sich an Gabriel.
Abel: …G…geh nicht weg von mir…!! Lass mich nicht allein…!!
Gabriel: A-aber… Abel….
Abel: Geh nicht weg von mir…! Bitte…!! Du hast es versprochen…!
Gabriel: Ich–… ich hab‘ dir weh getan. Ich hab‘ dich verletzt.
Abel: …Ja…aber…
Gabriel: Du bist so klein und zerbrechlich…
Abel: …
Gabriel: Ich will dich nicht verlieren..
Abel: Das wirst du doch auch nicht!!
Gabriel: Aber was ist, wenn ich wieder die Kontrolle verliere, wenn ich dir wieder weh tue? Ich bin ein gefährlicher Dämon…
Abel: Nein!!
Gabriel: Abel….
Abel: Du bist zwar ein Dämon, aber du bist nicht… …nicht gefährlich und nicht böse!!

Gabriel kann das Vertrauen, das Abel in ihn legt nicht fassen. Er hat in sich selbst nicht mal so viel Vertrauen, wie es Abel hat. Macht Abel sich nur etwas vor, aus Angst wieder allein sein zu müssen? Oder traut sich Gabriel zu wenig zu und will lieber vor der Verantwortung davonlaufen? Gabriel schließt Abel in die Arme, drückt ihn fest an sich.
Abel: Du hast es versprochen…! Dass du bei mir bleibst…!
Gabriel: Ich werde mein Versprechen halten, Abel… und ich werde besser aufpassen, dass das „Monster“ nicht mehr zurückkommt. Ich werd‘ mir Mühe geben.
Abel: …ist… ist schon gut, Vincent… Ich werd‘ nie Angst vor dir haben…

Abel kuschelt sich wieder an Gabriel, doch dieser ist immer noch skeptisch und glaubt die Wort noch nicht so ganz.
Gabriel: Das kannst du mir nicht versprechen.
Abel: Doch… Ich bleibe immer bei dir.
Gabriel: Nein!

Abel setzt sich auf, sieht Gabriel ganz ernst an, wie es nur ein Erwachsener könnte, holt aus und batscht ihm seine Hand direkt gegen die Nase.
Abel: ICH HAB‘ KEINE ANGST VOR DIR!
Gabriel: Au!! Hey! Was sollte das denn? Spinnst du??
Abel: Siehst du??! Ich bin stärker als du!
Gabriel: Hm… Bist ’n mutiger kleiner Junge, das muss man dir lassen.
Abel: …ich bin nicht klein.
Gabriel: Gut, du bist kurz.
Abel: DAS IST DAS GLEICHE!
Gabriel: Mahh…
Abel: Ich hab‘ keine Angst vor dir… also hab du auch keine vor dir.

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Während Gabriel Abel ins Bett bringt und sie die ganze Nacht Arm in Arm zusammen in einem Bett verbringen, nimmt Leon den Weg zum Dachboden auf sich, um mit Noel zu reden. Dieser sitzt noch immer im Sims des runden Fensters mitten im Staub und sieht nach draußen auf den See.

Leon: Ihr werdet euch erkälten, wenn ihr hier sitzen bleibt.
Noel: …
Leon: Kommt mit nach unten.
Noel: …
Leon: Jeune Comte.

Leon legt seine Hand auf Noels Schulter, bekommt dafür aber nur einen finsteren Blick zurück.
Leon: Bitte.
Noel: Warum befiehlst du es mir nicht gleich?
Leon: …warum sollte ich?
Noel: Du könntest mir einen Gefallen tun.
Leon: … der wäre?
Noel: Zieh das Messer aus meinem Rücken.
Leon: Was?

Es ist einen Augenblick still. Noels Wange tut noch immer weh. Ihm ist kalt. Das Kleid, das er trägt, ist nicht sonderlich warm und hier oben gibt es keinen Kamin. Leises Schluchzen durchbricht ein wenig die Stille. Leon hebt den mittlerweile etwas ausgekühlten Noel auf seine Arme und läuft die Stufen nach unten. Ein wenig verzweifelt und ratlos legt Noel seine Arme um Leon, weint leise seine Schulter nass. Während Leon ihn in sein Zimmer bringt, ihm das Kleid aus- und seine Schlafsachen anzieht, herrscht immer noch Stille, die ab und an von Schluchzen und ausweichenden Blicken unterbrochen wird, bis sich Leon schließlich entscheidet, dass er Noel so der Nacht allein nicht überlassen will. Die Dinge müssen zwischen ihnen geklärt werden.
Leon: …was habt ihr…?
Noel: Ich bin kein schlechter Mensch.
Leon: Natürlich seid ihr das nicht.
Noel: Ich habe dich enttäuscht, oder? Du warst sauer.
Leon: Ja, das war ich. Ihr habt meinen Bruder getreten, obwohl er bereits am Boden lag.
Noel: Was er getan hat, war falsch… Er hat Abel weh getan.
Leon: Er hat es nicht mit Absicht getan.
Noel: Wie kann man SOWAS nicht mit Absicht tun?
Leon: Ihr würdet es nicht verstehen.
Noel: Bin ich so dumm, ja? Bin ich es dir nicht mal wert, dass du es mir erklärst?
Leon: Ihr könnt es nunmal nicht nachvollziehen! Egal, ob ich es euch erkläre oder nicht.
Noel: DU HAST ES JA NICHT MAL VERSUCHT!!

Völlig in Rage springt Noel auf und klatscht dem vor ihm knienden Leon ein paar. Es wird kurz still. Knirschend richtet sich Leon auf, zerrt Noel am Handgelenk nach draußen, schubst ihn in den Gang, sodass Noel an die Gegenwand knallt, und schlägt die Tür zu.
Noel: Bin ich es dir nicht wert?!! Bin ich nur ein Dismentis, das an deiner Welt nicht teilhaben darf?!! Darf das nur dein Bruder?!!

Die Tür bleibt verschlossen. Es kommt keine Antwort.
Noel: Es ist wahr, oder? Er ist dir mehr wert, als ich. Du schließt mich aus! Ich bin nicht Teil deiner Welt! Dir ist es egal, was ich darüber weiß! Dir ist egal, ob ich deine Vergangenheit kenne!

Noel weint und schreit noch lange vor Leons Zimmer, doch mehr als Schweigen bekommt er nicht. Irgendwann schleppt er sich völlig erschöpft in sein eigenes Zimmer und legt sich schlafen. Am nächsten Morgen bringt Noel Leon sein Frühstück. Vorsichtig klopft er an dessen Tür, bekommt allerdings keine Antwort. So lässt er Leons Frühstück vor der Tür auf dem Boden stehen, bringt dann Gabriel und Abel das Frühstück aufs Zimmer. Wie er sich dachte nimmt zu seinem Ärger Gabriel das Essen entgegen und wie er sich denken kann, hat er die Nacht bei Abel im Bett geschlafen. Ärger flammt in ihm wieder auf, doch er sagt nichts, geht nur seiner Pflicht nach. Gabriel versucht gute Mine zu bösem Spiel zu machen, aber es ist deutlich spürbar, dass er sich vor dem kleinen Giftzweg fürchtet.
Noel: Ich bringe das Frühstück. Ich weiß nicht, ob du Appetit auf Menschenfraß hast, aber hier ist auf jeden Fall etwas für Abel und dich.
Gabriel: Danke…
Noel: Das ist meine Arbeit… Habt ihr hier noch Schmutzwäsche?
Gabriel: Ich denke nicht…
Noel: Wenn welche anfällt, bitte mir geben.
Gabriel: Aber in Leons Zimmer dürfte eine ganze Menge liegen.

Eigentlich hat Gabriel das nur gesagt, um einen Witz zu machen und mit etwas Small Talk die Stimmung aufzulockern, aber Noels gepresste Reaktion lässt ihn wieder zweifeln, was er nun schon wieder falsch gemacht hat. Menschen sind wirklich höchst merkwürdige Wesen.
Noel: Gut… Ich werde mich drum kümmern.

Noel ist schon dabei, sich umdrehen und zu gehen, doch schluckt er all seinen Ärger für eine Sekunde runter.
Noel: Gabriel… Kann ich dich was fragen?

Gabriel schaut wie erschossen auf Noel runter. Euer französische Hoheit hat die Ehre mit dem dämonischen Fußvolk zu reden.
Gabriel: J-ja? Was denn?
Noel: Warum warst du gestern so?
Gabriel: Nh….wie… wie meinst du?
Noel: Du willst Abel nicht weh tun. Hast es aber getan. Du weißt, dass es deine Schuld war und doch bleibt er bei dir… Was ist in dir vorgegangen?
Gabriel: Ich konnte irgendwie… nicht mehr so reagieren wie ich es ursprünglich wahrscheinlich getan hätte. Aber… ich war glücklich als Abel sagte, er will weiter bei mir bleiben…
Noel: Ich will verstehen, was in einem Dämon vor sich geht. Ich will mehr über euch wissen.
Gabriel: Da gibt’s jede Menge zu erzählen. Du musst schon… etwas genauer sein.
Noel: Wer waren deine Eltern?
Gabriel: …Zwei Dämonen…
Noel: Wie waren sie?
Gabriel: Meine Mutter war nett. Mein Vater… nicht so.
Noel: Wie waren sie denn genau?
Gabriel: Meine Mutter hat immer versucht, Michael und mich in Schutz zu ne-

Gabriel bricht im Satz ab und sieht auf. Leon steht hinter Noel. Noel zuckt sofort zusammen, noch bevor er Leon sieht.
Leon: Noel, in meinem Zimmer liegt jede Menge Wäsche. Kümmere dich darum anstatt hier deine Zeit zu vertrödeln.
Noel: I-ich räum sie sofort weg.

Mit schnellen Schritt geht Noel davon. Es kommt nicht häufig vor, dass er hört, wie Leon ihn nicht mehr ihrzt. Leon wendet sich Gabriel zu.
Gabriel: Hey, was ist denn los?
Leon: Erzähl ihm nie von unserer Vergangenheit.
Gabriel: Wieso nicht? Er will doch nur mehr über dich erfahren. Er meint es nur gut.
Leon: Ich weiß was für ein Plappermaul du bist. Ich habe keine Lust, dass er erfährt was ich getan habe!
Gabriel: Was hast du denn so schlimmes getan? Ich kann mich nicht erinnern, dass du mal was getan hättest, was den Kleinen abschrecken könnte.
Leon: Weißt du noch…? Als wir 200 waren …als ich uns so viele Seelen besorgt habe?
Gabriel: Ja, sicher. Da wurdest du ziemlich spießig. Tehe, du hast Abendlehrkurse über schwarze Magie gegeben und das an Menschen, wie man Siegel zeichnet und wie man Dämonen ru—

Gabriel muss kichern bei der Vorstellung seines Bruders als Oberlehrer, doch Leon hält ihm den Mund zu.
Leon: Sei still! Das darf er NIE erfahren!!
Gabriel: Mhhjmhmhdhdhdh? Mkmmhmjhjhmmhmh? Mmjh? (Wieso denn nicht? Er hat damit doch nichts zu tun? Oder?)

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[Ganzes Epos lesen]

Danke für’s Lesen. Bald geht’s weiter 🙂

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