logo

Epos 7-14

Charas:

Noel = Jeune Comte = Njelnitschka = Leons Partner, 19 Jahre

Leon = Michael = Noels Partner = Gabriels Bruder, Dämon

Gabriel = Vincent = Abels Partner, Dämon

Abel = Kuro = Petit Frere = Gabriels Partner, 14 Jahre

[Ganzes Epos lesen]


Michael schließt leise die Tür zu seinem Schlafzimmer. Er wollte Noel nicht in dessen Zimmer seine Krankeheit auskurieren lassen, also legte er ihn in sein eigenes Bett.
Michael: Er hat den Erlarch Virus. Der befällt vorallem die Lunge.
Gabriel: Wie soll das denn gehen? Hast du nicht gesagt, Noel ist tot?
Michael: Ja, ist er auch, aber nachdem ich ihn zu meinem Besitz gemacht und wiedererweckt habe, funktioniert auch sein Körper wie der eines Menschen. Er kann durchaus krank werden.
Gabriel: Aber sterben kann er nicht, oder?
Michael: Nein, er hat keine Seele mehr. Ein seelenloser Körper ist unsterblich.
Gabriel: Und wie geht’s jetzt weiter?
Michael: Naja, wir müssen das jetzt auf die menschliche Art regeln. Wadenwickel, Fieber senken, Kräutertee, Hühnersuppe, viel Schlaf, keine Arbeit.
Gabriel: Und wer wäscht jetzt meine Unterhosen?

Ein halber Tag vergeht. Die Nacht ist mittlerweile hereingebrochen. Michael kniet neben seinem Bett, in dem Noel liegt. Noel schläft nicht. Er zittert und schwitzt kalten Schweiß, krümmt sich immer wieder vor Schmerz. Michael betrachtet ihn ein wenig hilflos.
Michael: …Wo tut es weh?
Noel: In… meiner Lunge…

Ein weiteres Mal versucht Michael seiner dämonischen Fähigkeiten Gebrauch zu machen und Noel den Schmerz zu nehmen, aber die regenerativen Fähigkeiten eines Dämons sind begrenzt, selbst wenn es sich um einen derart mächtigen Dämon handelt, wie Michael.
Noel: Es… tut immer noch… weh…
Michael: Verzeihung… ich… müsste die Lunge direkt berühren, um überhaupt etwas zu bewirken.
Noel: Mach es! Es tut so weh!
Michael: …ich kann nicht eure Lunge berühren.
Noel: Schneid mich auf… brich mir was… ist mir egal…

Das Gefühl, als würde sich Säure durch seine Lunge fressen nicht mehr ertragend, zieht Noel den letzten Strohhalm. Michael gehorcht ihm, schlägt die Decke zurück. Umsichtig genug lässt er Noel vorher einschlafen, auch wenn er weiß, dass Noel nicht sehr tief schlafen wird, aber hier muss es reichen. Dann öffnet er Noels Nachthemd, setzt zwei Krallen seiner Hand unter Noels Brustbein an, wo der Rippenbogen sich öffnet, schneidet die Haut auf und dringt mit den Fingern vor, bis zu Noels Lunge, berührt diese und lindert den Schmerz. Augenblicklich atmete Noel ruhiger. Ein wenig erleichert über den Zustand überkommt ihn gleich wieder die Gewissheit, dass er ebenfalls nicht im Stande sein wird, die bereits zugefügte Wunde zu heilen. Er vernäht sie.
Gabriel: Kann ich dir irgendwie helfen?
Michael: Nein…
Gabriel: Mir scheint, dass du dir in den letzten Jahren ein wenig medizinisches Wissen angeeignet hast.
Michael: Ich habe mal als Arzt für Menschen gearbeitet, Gabriel. Aber ich wurde wegen Hexerei gefeuert.
Gabriel: Tse. Deine Leidenschaft für Menschen ist schon echt ulkig.
Michael: Ich mag sie nunmal… sie sind schön… und interessant.
Gabriel: Vorallem ihre Seelen, was?
Michael: Ja… warum auch nicht? Ich finde die Seele eines Menschen ist etwas Wunderbares.
Gabriel: Mir sind Menschen egal. Nach wie vor.
Michael: Was ist mit Abel?
Gabriel: Er ist der einzige, den ich mag. Selbst wenn er ein Dämon wäre, würde ich ihn mögen. Dass er ein Mensch ist, ist reiner Zufall. Menschen interessieren mich nur, wenn man sie benutzen kann.
Michael: Also willst du Abel auch nur benutzen?
Gabriel: Nein, selbstverständlich nicht.
Michael: Apropos… wo ist er eigentlich?
Gabriel: Er schläft noch. Ich dachte mir, dass es erstmal besser ist, wenn er nicht von Noels Zustand weiß.
Michael: Gut.
Gabriel: Noel sieht echt scheiße aus. Er ist noch blasser als sonst.
Michael: Ich weiß…
Gabriel: Naja, zumindest wissen wir, dass er nicht daran sterben kann.
Michael: Aber er hat Schmerzen…

Michael sieht besorgt zu Noel, der seinen Kopf im Kissen leicht windet, ein paar undeutliche Wörter spricht, die sich fern danach anhören, dass er noch die Wäsche waschen muss. Michael streicht Noel ein paar nassgeschwitzt Haarsträhnen aus dem Gesicht.
Gabriel: Wieso is der Kleine eigentlich so sehr darauf getrimmt, seine Arbeit zu machen? Hast du nicht mal gesagt, er wäre so ein schnöseliger französischer Adliger?
Michael: Weil er nach der Wiederbelebung mein Besitz war und ich ihm gesagt habe, er dient von nunan mir… Aber inzwischen sollte er doch begriffen haben… dass er das nicht mehr machen muss. Vielleicht macht er es inzwischen auch aus Dankbarkeit… Oder er zwingt sich… Ich weiß es nicht.
Gabriel: Ich glaube, er macht es eher aus Liebe.
Michael: …
Gabriel: Sag mal…
Michael: Ja?

Da die Stimmung langsam zu kippen droht, gibt sich Gabriel einen Schubbs von der Tür weg und setzt sich zu Michael vor das Bett, willig das Thema zu wechseln und ein bisschen zu Plaudern, Michael auf andere Gedanken zu bringen.

patreon_logo[Riesen Dankeschön an mein Patreon Squad]

 

Gabriel: Ich hatte vor vier Jahren meine Oata. War total geil. Hab‘ mich noch nie so mächtig gefühlt. Ich hab‘ eine Woche lang nur gemordet. Deine Oata muss ja auch mal bald kommen, oder?
Michael: …Ich hatte sie schon.
Gabriel: Und? Hast du was geiles erlebt?
Michael: …Ich kann mich… kaum erinnern… … … …aber als ich nach fast 2 Monaten wieder zu mir kam… hatte ich… Noel fast umgebracht.
Gabriel: Oh… Das is‘ wohl blöd, denke ich… Die Oata dauert lang… Du musst einiges mit ihm angestellt haben… Um so mehr, macht dir sein Zustand jetzt zu schaffen, was? Er ist krank, er hat Schmerzen, er leidet… Ich weiß, was passiert, wenn du hilflos bist… wenn du dich schlecht fühlst…
Michael: …Ich habe nur das Gefühl, dass ich nichts dagegen machen oder ihm wirklich helfen kann.
Gabriel: Ich versteh das…
Michael: So?
Gabriel: Leider hab‘ ich von Menschen noch weniger Ahnung, als du… Hast du… denn schon mal dran gedacht… den Jungen zu ersetzen?
Michael: …W-was? Nein!
Gabriel: Naja, durch einen, der nicht krank wird, mein‘ ich. Dann würdest du dich auch nicht mehr schlecht deswegen fühlen.
Michael: Das ist doch kein Kriterium ihn zu ersetzen!! Dafür kann er nichts. Absolut nichts.
Gabriel: Aber dich macht es doch momentan traurig oder nicht?
Michael: …Gabriel. Ich werde ihn nie ersetzen. Er ist mir das wichtigste und heiligste auf dieser Welt. …und ich liebe ihn. Ich würde kaputt gehen, wenn er nicht mehr bei mir wäre.
Gabriel: So fühlt sich Liebe an?
Michael: Natürlich.
Gabriel: Tja dann hab‘ ich ein kleines Problem, schätze ich…
Michael: Warum?
Gabriel: Naja, es geht um Abel… Weißt du… er ist ein Mensch…
Michael: Ja…
Gabriel: Und er ist mir wichtig… Aber… Also… nun… Menschen st-….

Noel atme einen hörbar deutlich ein und unterbricht Gabriels Satz. Michael sieht sofort auf und beugt sich über Noel.
Gabriel: Weißt du was? Ich sag’s dir später.
Michael: Jeune Comte…

Gabriel verlässt das Zimmer. Noel schlägt die Augen auf.
Noel: Leon…
Michael: Wie geht es euch…?
Noel: Die Schmerzen sind weg… Danke…
Michael: Nichts zu danken…

Michael küsst Noel vorsichtig und streichelt seine Wange.
Noel: Ich will wieder gesund werden… Ich will wieder arbeiten…
Michael: … Warum?
Noel: Das… ist doch meine Aufgabe.
Michael: …Warum denkt ihr, das wäre eure Aufgabe?
Noel: Weil… weil…
Michael: …Ihr müsst nicht arbeiten. Es strengt euch an.
Noel: Weil ich es gern mache…
Michael: …was?
Noel: Du hast mir diese Aufgabe gegeben. Und ich bin dankbar für alles, was du mir gibst…
Michael: …es wäre mir viel lieber, wenn ihr morgens länger im Bett bleiben würdet, um bei mir zu sein. Es bringt keinem etwas, wenn ihr euch tot arbeitet.
Noel: Totarbeiten kann man das kaum nennen. Ich mach ja fast nichts.
Michael: Es ist genug für euch.
Noel: Ja… Solange ich etwas für dich tun kann…
Michael: Ihr solltet euch ausruhen… bis es euch wieder gut geht… Soll ich euch für den Rest der Nacht schlafen lassen?
Noel: Ja, bitte…
Michael: Ich liebe euch…

Michael legt zwei Finger an Noels Stirn und sofort ist Noel wieder in einen leichten Schlaf gefallen. Michael hofft, dass er bis zum Morgen schlafen kann. Abel schaut ins Zimmer.
Abel: …Wo ist denn Vincent?
Michael: Ich suche gleich nach ihm… danach kommt er hierher. Kannst du solange auf Noel aufpassen?
Abel: Ja. Ist er krank…?
Michael: Ja… geh nicht zu dicht ran. Ich bin gleich wieder da.

Gabriel sitzt in der Bibliothek und das einzige, was ihm eingefallen ist, um Michael zu helfen, ist ein medizinisches Buch zu lesen. Gerade ist er bei der Diagnose des Erlarch Viruses angekommen. Michael betritt die Bibliothek.
Gabriel: Hier steht… Ui… böse Sachen… Der Erlarch Virus kann mit dem Tod enden.
Michael: Luzifer sei Dank kann Noel nicht mehr sterben…
Gabriel: Er ist durch Tröpfcheninfektion übertraggbar. Was heißt das?
Michael: Naja… es ist über Spucke, Schweiß und Blut übertragbar…
Gabriel: aha… Bescheuert.
Michael: Menschen stecken sich schnell an. Die Pest hat sich damals rasant ausgebreitet.
Gabriel: Mhm…
Michael: Besonders Kinder sind wenig geschützt vor Virusinfektionen…
Gabriel: Naja, wir müssen ja nur dafür sorgen, dass Abel von Noel weg-…
Michael: Ich habe Abel gesagt, er soll nicht zu nah an Noel rangehen.
Gabriel: Wie du hast es ihm gesagt? Ist er gerade bei Noel?
Michael: Er kam vorbei und hat nach dir gefragt. Ich sagte er soll bei Noel bleiben bis ich zurück bin. Aber ich habe ihm auch gesagt er soll nicht zu nah rangehen.

Gabriel lässt das Buch fallen und springt auf.
Gabriel: Und du glaubst, er macht das?! Er hört nicht mal auf mich!
Abel: Er ist doch inzwischen alt genug, um-
Gabriel: Noel ist sein Bruder! Was glaubst du, wird er tun? Brav in der Ecke stehen bleiben?! Die haben schon zusammen im selben Bett geschlafen!!

Sich der Situation bewusst werdend, wie nah sich die beiden kleinen Brüder stehen und wie ansteckend das Erlarch Virus ist, stürzen die Dämonen aus der Bibliothek.

Währenddessen hat sich Abel selbstverständlich nicht an Michaels Anweisung gehalten, Abstand zu halten. Stattdessen hat er getan, was er immer tut, wenn er seinen Bruder im Bett vorfindet. Er kuschelt sich zu ihm. Liebevoll streichelt er ihm über die Wange.
Abel: Das wird schon wieder, Njelnitschka… bald können wir wieder zusammen spielen…
Noel: hh… Abel…?

Noel hat noch immer die Augen geschlossen und scheint zu träumen. Abel richtet sich ein wenig auf und beugt sich über Noel. Unkoordiniert hebt Noel seine Hand, als wolle er nach etwas greifen. Abel nimmt seine Hand.
Abel: Ich bin hier, großer Bruder…

Er lächelt lieb, beugt sich nach unten und gibt Noel einen liebevollen Kuss auf die Wange. In dem Moment hebt Noel den Kopf und legt seine Lippen auf die von Abel. Abels Augen werden groß und seine Wangen werden etwas rot. Es kam ein wenig überraschend, aber er will seinem Bruder auch den Gefallen tun, wenn er diese Art von Nähe gerade zu suchen scheint. Er bewegt ein wenig seine Lippen gegen die seines Bruders, vertieft den Kuss und schließt die Augen. Noels Reaktion wird etwas schwächen, bis er von Abel ablässt und zurück in seinen unruhigen Traum sinkt. Abel lächelt verträumt.

Die Tür wird aufgerissen. Gabriel und Michael stürmen herein. Gabriel zerrt Abel von Noel weg und raus aus dem Zimmer.

~*~

Danke für’s Lesen. Bald geht’s weiter 🙂

~*~

Wenn ihr mehr lesen wollt, wenn ihr öfter lesen wollt, wenn ihr mehr Illustrationen haben wollt, dann helft mir. Unterstützt das Projekt direkt finanziell auf Patreon oder durch eine Spende auf Paypal. Jedes Bisschen hilft und ist wichtig für das Projekt. Vielleicht kann ich mit eurer Hilfe regelmäßige Uploads machen oder sogar ein richtiges Buch, vielleicht sogar einen ganzen Manga.

patreon_logo[Patreon anmelden] [Infos zu Patreon]

 pp258

Paypal Spenden an HasiAnn@gmx.de

Trackback von deiner Website.

Kommentare (2)

    • Avatar

      HasiAnn

      |

      Wie ein Betttuch

      Reply

Kommentieren